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Sonderzug nach Dresden – der Fanladen hat noch Karten für Dynamo

Dynamisch kann man den Fahrplan der Sonderzüge nach Dresden, zum Auswärtssieg bei Dynamo, nicht nennen – er braucht geschlagene 44 Minuten von Altona nach Harburg ;) – aber Platz ist noch da …

#Zum Auswärtssieg in Dresden am Sonntag, den 29.04.2012 um 13.30 Uhr fahren wir mit zwei (2!) Sonderzügen!!! Weiterlesen

Champions League verspielt – ausgerechnet in Aue

Als ich heute Morgen den Altonaer Balkon zum Fischmarkt hinuntergehe, weht mir schon der abgelenkte und angereicherte Westwind entgegen. Er riecht nach Fisch und Zwiebelmett, und bringt die Kunde, dass der FC St. Pauli im Aufstiegskampf einen Dämpfer erlitten hat, vielleicht ist der Zug nach oben sogar abgefahren.

Mir persönlich kann das ja gar nichts anhaben, finde ich einen spannenden Aufstiegskampf in Liga zwo doch allemal vorziehenswerter, als einen langen Abstiegskampf in Liga eins. Ich träume dann, wie bspw. in Mainz seinerzeit von einer Teilnahme wie die anderen im “Europapokal”, weiss aber doch, dass die armen Jungs da auf dem Rasen mein Dilemma nicht auflösen können, immer zu gewinnen, schön zu spielen und doch nicht aufzusteigen, bei gleichzteitigem Gewinn der Champions League und aller Derbys.

Da mir berichtet wurde, dass hier “der eine oder andere” sporadisch mitliest, erteile ich schonmal Absolution für die Niederlage in Aue – auch wenn ich mir das leicht machen kann, ich war ja nicht mit ins Erzgebirge gefahren – denn solche Spiele musst Du verlieren, wenn Du am Millerntor nu immer gewinnen und Düsseldorf und Fürth auswärts ärgern willst, ohne am Ende direkt aufzusteigen. Sich da Aue vorzunehmen ist außerdem unserer ureigensten Tradition geschuldet, die eigentlichen Underdogs in der Liga zu halten – und Aue gehört, spätestens seit dem Spiel am Millerntor, bei dem Aue gekämpft und gesungen hat, um dann doch abzusteigen und unsere Jungs dennoch abzuklatschen, zu meinen Lieblings-Ost-Vereinen.

Verzeiht euch selbst, dann könnt ihr euch auch “belohnen” – das gilt für den “Jung”-Rekonvaleszenten Marius Ebbers, aber vor allem für Max Kruse, der seit Weihnachten, als ihn der Sportboulevard in die Bundesliga jubelte, verzweifelt an seinem Anspruch. Mit Druck geht das nicht, lasst euch das von einem Stotterer gesagt sein. Nehmt euch eure Zeit, atmet die Hälfte wieder aus, haucht die erste Silbe des nächsten Spieles, dann könnt ihr auch wieder Kraft geben, ohne zu verkrampfen. Und “Schicht im Schacht” ist erst, wenn es zum letzten Mal pfeift.

Auswärts-Wetter-Vorhersage: MSV Duisburg

Der FC St. Pauli spielt heute Abend, in genau drei Stunden, im Freitagsspiel gegen den MSV Duisburg. Die Auswärtsfahrer des FCSP aus HH sind bereits unterwegs und FC St. Pauli Fans aus der Region machen sich womöglich gerade auf den Weg. Zu eurer Info hier noch der Auswärts-Wetterbericht für Duisburg (3 Stunden Vorhersage):

leichter Regen 5°C
Südwestwind 11 km/h ( 2 bft )
Niederschlag 80 % Wahrschl. 0.3 mm
Relative Feuchte 93 %

Es wird also naßkalt in der Stadt neben Düsseldorf.
(via Wetter.com)

Quo Vadis Sankt Pauli? #Rassismus und #Sexismus im eigenen Block. Schlimm! – und nu?

Ich habe mich ja schon in einem Kommentar zu meinem Kommentar zum Ingolstadt-Spiel bei allen bayrischen St. Paulianer_innen entschuldigt, dass ich laut darüber nachgedacht habe, dass gerade in der bayrischen Provinz allerlei Gestalten in unserem Block rummachen, die so gar nicht “St. Pauli like” sind. Inzwischen, nach ein wenig Nachdenken, meine ich auch gar nicht mehr, dass wir mit den “St. Pauli Sympathisanten” in unserem Block ausgerechnet in Bayern mehr Ärger haben, als am Millerntor, in einem Gästeblock fällt es nur mehr auf.

Im Gästeblock ganz gute Stimmung und wenn mal nicht, dann sorgte T. Als Vorsänger mit einer persönlichen Ansprache der Marke Blick-Zeichen-Klarmachen für’s Mitmachen. Nur was bitte hatte sich da teilweise für Volk versammelt? Neben einem nicht ganz unbekannten Fanclub gab es von irgendwelchen Rassistenschweinen wirklich Affenlaute gegen einen farbigen Spieler von Ingolstadt. Die sofort eingeleitete Selbsthilfe wäre beinah noch in einem Konflikt mit den Ordnungshütern geendet. Das ist das doofe, wenn man solchen Typen das gibt, was die verdienen, nämlich ohne weitere Vorwarnung Fresse dick, dann bekommt man noch den Ärger und nicht diese Dummheit auf zwei Beinen. Zum Glück machten sich wenigstens Leute gerade, auch wenn die Freunde des Idioten natürlich wieder die „Ich bin kein Rassist, aber…“ Verteidigung zum Besten gab. Idioten. Auch aus anderen Bereichen hörte man ganz üble Geschichten (Arschlochrufe, Sexismus gegen Frauen etc. etc. etc.) und man muss sich dann doch mal fragen, ob das Versenden von Tickets in aller Herrgottsrichtung so wirklich der richtige Vertriebsweg ist. Eine ausschließliche Abgabe an bekannte Personen sollte wirklich mal überlegt werden. Auch wenn man dann weniger Kohle macht. – lese ich beim magischerFC Blog

Rassistische Rufe, sexistische Anmachen und das in unserem Block, das ist wirklich schlimm. Aber ist das ein Auswärtsproblem? In der Wahrnehmung sicher, also in der Wahrnehmung der meisten von uns (weißen, männlichen Heten – Gegengerade-, Süd- oder Nordsteher). Das stimmt aber nicht ganz. Nur ein Zufall, dass der Pfaffe, der auf der Abendveranstaltung im Ballsaal unwidersprochen homophobe Papst-Statements von sich geben durfte, auch aus Bayern kam? Immerhin war der eingeladen.

Wie kann St. Pauli, und unseren Auswärtsblock sehe ich da, ganz in der Tradition von diplomatischen Vertretungen als unser Territorium an, zu einem Safe Place werden? Geht das überhaupt, solange unser Präsidium diese “Millionen Sympathisanten” als Marketing-Zielgruppe für Tickets, Business und andere Seats oder Anleihen umwirbt, hier aber eine Fanschaft entsteht (Stengersche Sympathisanten), die für nix mehr einsteht, was St. Pauli ausmacht? Und was machen wir, die wir uns den Jolly Rouge auf die Fahnen malen?

Ich habe auch keine leichten Antworten, sondern eigentlich nur Fragen anzubieten.

Im Forum habe ich heute mal wieder die Transphobie-Diskussion mit dem Übersteiger nachgelesen (hatte einen anderen Hintergrund). Diamondback schreibt dort sinngemäß, dass das Millerntor kein Safe Place für Schwule und schwarze Frauen ist, aber auch keiner für Homophobe und Rassisten – Immerhin. Das ist wohl die Basis, die wir uns erarbeitet haben – und nu stellt sich die Frage, wie wir nun weitergehen. Nun auf die Auswärtsfans zu zeigen, greift auf jeden Fall zu kurz (da fasse ich mir an die eigene Nase).

Von einem closed shop, also der Ausgabe von Karten an “ausschließlich bekannte Personen”  halte ich auch nicht viel. Wohl aber von dem Versuch, auswärts sichtbar als schwul, schwarz, weiblich aufzutreten. Vielleicht kriegt man ja unser Präsidium dazu, Kontingente für Minderheiten unter unseren Mitgliedern freizuschaufeln oder die Quotendiskussion wiederzubeleben. Ein Auswärtsblock in Fummel? Oder eine Nord voller PoC, oder eine Gegengerade im Rock? Das wäre mal ein romantisches Statement!

Mit Slogans wie „Wir sind schwule Antifa-Module“ ist der Grundstein für ein St. Pauli, das sich als Fortschreiben der eigenen Geschichte versteht, anstatt nur noch auf sportlichen Erfolg zu setzen und aufgrund dessen Spieler zu beschimpfen, schon mal gelegt. …>

Scheiß-St. Pauli

Vorbereitung zur Auswärtsfahrt der “schwulen Hamburger” (1) (im Gegensatz wohl zu sehen zu den “Heten aus Stellingen”?), und ein fröhliches “Scheiss St. Pauli” an die Ostsee.

“Rostock ist ne schöne Stadt, die zu viele Nazis hat”

In diesem Sinne einen feuchten Kuss auf die Glatze und die Gewißheit, dass sich Wünsche manifestieren: je öfter man uns ansingt, desto sicherer trifft Deniz Naki nach Zuspiel durch Fin Bartels.

Wir sind bereit und bringen euch Erotik in euren Glatzen-Porno:

Gemeinsame Erklärung #HRO #FCSP

Liebe St. Pauli, liebe Hansa-Gremien,

wenn am Sonnabend Hansa Rostock den FC St. Pauli empfängt, wird es auf dem Rasen und auf den Rängen hoch her gehen, sofern alle Menschen, die ein Ticket für diese Partie erworben haben, das Stadion überhaupt erreichen. Denn leider wurden die Spiele der beiden Mannschaften in den letzten Jahren von gewalttätigen Repressionsgebaren der Polizei überschattet.

Es hat sich immer häufiger gezeigt, dass diese Menschen solche Spiele nutzen, um ihre fanfeindliche(n) Ideologie(n) zum Ausdruck zu bringen. Die gesteigerte Aufmerksamkeit der Medien an dieser Partie wird dabei genutzt, um sich durch provozierte, willkürliche und gewalttätige Auseinandersetzungen mit Fußballfans zu profilieren. Deshalb fordern wir alle Fans auf, nicht wegzuschauen, sondern sich aktiv gegen diese Leute zu stellen. Denjenigen, die aus Rivalität kriegsähnliche Zustände herbei phantasieren wollen, müssen von den Clubs und den vernünftigen Fans im Stadion, die die große Mehrheit ausmachen, unmissverständlich Grenzen aufgezeigt werden.

Randale, Gewalt und Rassismus sollten stets getrennt voneinander verhandelt werden, um die gesellschaftlich reproduzierten Ausgrenzungsmechanismen des Rassismus nicht zu verwässern. Diese gilt es zu bekämpfen, im Stadion als auch in der Gesellschaft.
Lasst uns gemeinsam alles dafür tun, dass es ein spektakuläres und hochspannendes Fußballspiel wird, welches jede/r miterleben kann, um für eine tolle Atmosphäre auf den Rängen zu sorgen.

Zeichnende Blogs:
(Orig.) Afterchangeswearemoreorlessthesame
Lichterkarussell
SPNU (dieser Blog)

Frei nach „Gemeinsame Erklärung des FC St. Pauli und des FC Hansa Rostock“ Weiterlesen

Die Brisanzmaschine

Police Line (Foto: Von loop_oh via flickr, cc-Lizenz by)
Police Line (Foto: Von loop_oh via flickr, cc-Lizenz by)

Die Brisanzmaschine läuft auf Hochtouren, das Präsidium der FC St. Pauli ruft mit dem des Gegners Hansa Rostock zur Friedfertigkeit auf. Wohlfeile Worte, allein es fehlt der Glaube, dass diese Wirksamkeit verbreiten können. Zusehr sind Medien und Staatsmacht auf Randale eingestellt, das strömt inzwischen so ungeniert aus dem Boulevard und aus den bekannten Gewerkschaftsmündern, dass ich mich ernsthaft frage, wer da an unserer demokratischen Grundordnung herumfingert. Folgenden Text lese ich beim Blog Lichterkarussel – und neige zur Zustimmung:

Für uns bedeutet diese Fahrt also kein sommerlicher Sonntags-Ausflug ins beschauliche Freiburg zu werden sondern bürgerkriegsähnlicher Ausnahmezustand. Schon in Altona wird die Bundespolizei die braun-weißen Fußballterroristen gebührend in Empfang nehmen und mit allem begegnen, was die dehnbare Rechtsstaatlichkeit der Bundesrepublik zu bieten hat. De facto bedeutet das die Kontrolle aller Menschen, die nach Rostock fahren wollen. In den Zeiten vor und nach dem Spiel wird es, so hat es die Polizei mittels einer Allgemeinverfügung erlassen, verboten sein Glasflaschen und pyrotechnische Erzeugnisse mitzuführen – allen Reisenden, auch Nicht-Fußballfans. In Rostock wird die Anreise zum Stadion zentralisiert vom Rostocker Hauptbahnhof mittels Shuttlebussen „gelöst“ werden. Kein Marsch von der Parkstraße, wie gewohnt. Über die Beweggründe lässt die Polizei die Öffentlichkeit im Ungewissen. Ich zumindest hasse es in Shuttlebusse gepfercht zu werden. Am Eingang erwarten uns dann noch Sprengstoffspürhunde und verstärkte Videoüberwachung. Darüber hinaus munkelt man über Hubschrauberbegleitung der Züge aus Hamburg.

… und Sätze beider Präsidien, wie dieser; “Es hat sich immer häufiger gezeigt, dass Menschen solche Spiele nutzen, um ihre demokratiefeindlichen Ideologien zum Ausdruck zu bringen.”, lassen mich wirklich ratlos zurück. Spielen da die Vereinsvertreter mit bei dem Spiel, Delinquenz sich herbeibeten zu wollen? Was ist denn an (durchaus verachtenswerter) Randale “demokratiefeindliche Ideologie”? Damit können doch nur die Nazi-Hools aus whothefuck gemeint sein, oder einzelne Polizeivertreter, die das Gewaltmonopol überreizen … oder wen meint ihr damit, Gernot, Bernd, Stephan?

Update: Diese krude Formulierung mit der “demokratiefeindlichen Ideologie”, ist auch anderen St. Pauli Bloggern aufgestossen. SPNU unterstützt die Gemeinsame Erklärung zur Gemeinsamen Erklärung.

Tickets for the away match in Paderborn sold from next Monday on (14th of Nov.)

Am Montag, den 14. November 2011, beginnen wir mit dem Verkauf der Karten für unser Auswärtsspiel beim SC Paderborn 07 in der Energieteam Arena. Angepfiffen wird am Freitag, den 2. Dezember 2011 um 18:00 Uhr.

The ticket center at the FC St. Pauli Millerntor could sell 850 terrace and 370 seat tickets for the away game in Paderborn on Dec. 2nd at 6 p:m. On 14th and 15th tickets will be sold only to members and owners of season tickets. Each member can register for a maximum of four tickets.

Wir haben aus Paderborn 1900 Stehplätze und 400 Sitzplätze erhalten. Der Fanladen erhält hiervon 850 Steh- und 30 Sitzplätze. Somit verbleiben im Kartencenter 1050 Stehplätze und 370 Sitzplätze. Von dieser Anzahl sind nochmals 200 Stehplätze für die Inhaber einer Auswärtsdauerkarte vorgesehen. Für den Verkauf stehen also 850 Steh- und gut 350 Sitzplätze zur Verfügung. Schriftliche Besteller bekommen davon 425 Steh und 175 Sitzplätze. Die gleiche Anzahl geht hier vor Ort in den Verkauf.

Mitgliedern und Dauerkartenbesitzern räumen wir ein Vorkaufsrecht ein. Mitglieder und Dauerkartenbesitzer, die ortsansässig sind bzw. weniger als 50 km vom Millerntor entfernt wohnen, haben am Montag und Dienstag, den 14. und 15. November Vorkaufsrecht (logischerweise nur solange der Vorrat reicht). Ein Mitglied oder Dauerkartenbesitzer kann einen Steh- oder Sitzplatz erwerben und noch für drei weitere Mitglieder und/oder Dauerkartenbesitzer Steh- oder Sitzplätze kaufen, so dass eine Person maximal 4 Karten kaufen kann (Dauerkarten bzw. Mitgliedsausweise sind bitte vorzuzeigen). Wer Mitglied UND Dauerkartenbesitzer ist, kann nur eines geltend machen. Wenn am Mittwoch, den 16. November noch Karten aus dem Schalterkontingent zur Verfügung stehen, gehen diese in den freien Verkauf.

find more information via fcstpauli.com

Aufeinandertreffen der Kult-Vereine – AAAAAAARRRGGHHH

BERLIN –
Es ist eines der absoluten Highlights der diesjährigen Zweitliga-Saison. Wenn der 1.FC Union und der FC St. Pauli am Freitag an der Alten Försterei (18 Uhr) aufeinandertreffen, ist es der Kampf zweier Kult-Klubs.

Lese ich im Berliner Kurier, den ich ja im Vergleich zur Morgenpost noch eine Spur athentischer finde. Fast schon eine Form von Boulevard-Folklore pflegend, die bekennend satirisch ist. Ich befüchte aber, so ist das nicht gemeint. Bei der Mopo weiss ich das. ;(

Nun trifft wieder Kult aufeinander – und die Spießer schauen zu. Ist das eigentlich wieder ein Sicherheitsspiel? Eines, wo sich Polizei-Einheiten nachher mit Rockerbanden anlegen und wehrlose Frauen verprügeln, weil wir uns nix tun?

Man muss ja beim Phänomen Union immer wieder Nina Hagen zitieren – und ein Umfeld, dass ein Stadion modernisiert mit der eigenen Hände Kraft. Das fasziniert mich an diesen Unionern ja ungemein. Auf St. Pauli findet man ja keine Überreste von Blohm & Vossscher Grobmechanik und Tante Helmine ist schon zu lange Klischee, als dass uns so eine realkreative Leistung am Millerntor gelänge.

Zeit, sich mal wieder die Blogpostings zu unserer tollen Spreefahrt reinzuziehen und sich mächtig vorzufreuen, allen Journalisten und Spielverderbern zum trotz: Verschwende Dich Sankt Pauli!

Braun-weisse Wildparkfestspiele

Es war schon etwas herbstlich, als sich die Sonne hinter Karlsruhe zu Bett begab. Die Luft wurde schnell feucht und der Atem war beim Singen stellenweise auch zu sehen.

Kurzzeitig fühlte ich mich in eine ferne, anders dustere Vergangenheit zurückversetzt, als ich die Steintreppen eines begrünten Erdwalls hinaufstieg und oben das quadratische, blaue Schild eines Block E erblickte. Und eine Tartanbahn hat der Wildpark auch.

Eigentlich ganz schön, so ein Museumsbesuch, schnell weiss man aber reine Fußballstadien zu schätzen. Die Patina an diesem Ort im Badener Wald hat mir trotzdem gut gefallen.

Entspannte Ordner und Polizisten. Erstere konnten sich vor Grinsen kaum gerade halten, als sie da im Gänsemarsch unter unserem rhythmischen Klatschen vor unsere Kurve zogen.

Unter einem fröhlichen blau-weissen “Scheiss St. Pauli” ging es los in die erste Halbzeit. Zum Spiel nur soviel, dass es ein merkwürdiges Miterleben war, die Boys in Brown doch souverän und überlegen gewinnen zu sehen. Kann auch der merkwürdig distanzierten Position zuzuschreiben sein, die eher an die Karl May Festspiele, als an ein Zweitligaspiel erinnerte. Nachher mussten wir uns ein wenig schämen, wenn wir Mittrinkern in der Bar des Schloss-Hotels erklärten, das sei ein souveräner und verdienter Auswärtssieg gewesen.

Diese Karlsruher Mannschaft, und das lag natürlich stark an Lelles gutem Auftritt, erinnert mich eben stark an das abgerockte St. Pauli von vor drei Jahren, wie überhaupt die ganze Stadt sympathisch abgerockt ist. Im Schlosshotel hängen stolz und ein wenig vergilbt die Fotos von Rock Hudson mit Hoteldirektor zum Bambi 1962 und vorne fährt die alte Berliner Strassenbahn vorbei. Abgelegt und zurückgereicht nach Karlsruhe. Das, so erfuhren wir, wäre im Fußball auch so. Der KSC verlöre die dollsten Talente an die Plastiktruppe in Hoffenheim, und bekäme die Gescheiterten zurück. Geradezu sozialromantisch.

Der Abend wurde dann mit den Jungs vom AFM-Radio und der Weinbar-Tours-Truppe beschlossen. Feiner Auswärtssieg.

Trau schau wem, St. Pauli gewinnt in Bremen

Bremen

Es ist kalt im Norden und als geborener Blankeneser fährt man wohlwollend an die Weser, verbindet uns doch der Argwohn, den die Hamburger uns entgegen bringen. “Trau schau wem … keinem von der Weser und erst recht keinem Blankneser”

Weil wir alle nicht viel zu verlieren haben, gewinnt heute einer 3:0 – ich werde meinen Teil der Magie dazu verwenden, das es die Boys in Brown sind, denen man in Hamburg weiter mit Argwohn und komplexhaftem Respekt entgegen tritt, Allez braunweiss

Flüssiges Frühstück, auf nach Stuttgart

“Möchtet ihr noch einen heissen Kaffee zum Bier”, fragt der Zugbegleiter und grinst. Schmeckt ja schon, wundert sich der Dünne.

Morgens in Altona hat uns ein Paulianer noch eine Karte zugesteckt, werden wir sie los, spenden wir den Erlös den Fanräumen, so die Abmachung.

Wohligkeit macht sich breit, und draussen zieht Rotenburg (Wümme) vorbei.