Kategorie: It’s a kind of magic

Rummel Rummel Rusch, de Bulle sit in Busch

Rummel rummel rusch,
de Neubau sitzt im Busch
Give mi nen lütten Astra oder ne lütte Wurscht!
Is de Wurscht to kleen, give me twey for een,
Is de Wurscht to groot, smeckt noch mal so god.
En Hus wieder sing wir Lieder,
En Hus achter wohnt Viva con Agua,
En hus voran
Wohnt de Schutzmann
Prost Gegengerade!
*

In Altona und anderswo in Norddeutschland und Dänemark ist man am Abend vor Neujohr durch die Nachbarschaft gelaufen und hat auf Rummelpötten, also Trommeln begleitet gesungen. Dieser Brauch ist innerhalb einer Generation fast gänzlich verschwunden. Süßigkeiten werden immer noch singend eingefordert, aber heutzutage zu Halloween.

Und dieses Schicksal droht auch dem Mythos “Gegengerade”. Wenn am Sonntag wieder junge Leute rummelnd durch den Stadtteil ziehen, dann fordern sie keine Süßigkeiten, sie fordern Gerechtigkeit. Und der Schutzmann wird sie begleiten. Vielleicht bis zum Millerntor, aber nicht hinein. Die Gegengerade ist zwar baufällig aber willkürfrei. Das wird sich mit dem Neubau dramatisch ändern.

Lassen Sie sich das nicht zu sehr auf der Zunge zergehen, denn Sie werden sie noch zum Schnalzen brauchen: Ein Kultclub. Ein Stadion. Fußball, Dramen, Totenkopffahnen. Eine Tribüne voller herrlich verrückter Freibeuter. Und direkt unter ihrem Hintern: der größte Stadion-Polizeipalast Europas.
Glauben Sie nicht? Wird gerade gebaut! Die neue Gegengerade am Millerntor! 10.000 Stehplätze. 3000 Sitzplätze. 570 Quadratmeter für Fanräume. Und gut 600 für ein Polizeirevier. Und zwar nicht irgend so ne Krümmels-Stadionwache wie in jeder X-beliebigen Arena. Dieses Baby ist nicht nur während der Spiele besetzt! Stattdessen „Rund um die Uhr, Tag für Tag!“ Mindestens, wenn Dom ist. Und das ist in Hamburg bekanntlich fast immer. Na, Groschen gefallen? Hier kommt Ihr Großkultrevier! „Wir waschen uns nie – St. Pauli!“ ist Geschichte! Die Zeit der Seifenopern beginnt.

schreibt Gerd in seiner beachtlichen Parabel auf das neue Großstadtrevier am Millerntor. Und mir wird so unbehaglich, wie lange schon nicht mehr. Dass die Gegengerade sich kulturell verändert, wenn sie neu erbaut wird, das war ja klar. Aber dass sich die Vollstreckungsbehörden mitten reinsetzen in die Gegengerade ist mir unerträglich. Was nicht so schlimm wäre, wenn es nicht auch gleichzeitig das Finale des Mythos der Gegengeraden wäre. Vergleichbar mit einer Roten Flora mit Schüco-Fenstern und Starbucks-Filiale.

Die DOM-Wache mitten in der Gegengeraden muss verhindert werden! Stelle mir gerade den Effekt vor, wenn der Wahnsinn, der polizeiliche Denke begleitet sich inmitten unseres Stadions breit macht.

*
Rummel Rummel Rusch ist das althergebrachte Halloween der Blankeneser gewesen. Ein schöner Brauch, den es heute nicht mehr gibt.
Als Kinder in Blankenese sind wir Silvester um die Häuser im Treppenviertel gelaufen und haben “gerummelt”, also das gemacht, was Kinder heute bei Halloween machen.

Fußball-Weissagungen und Spieltags-Horoskope

Wenn man mit mutigem Herzen und doch ratlos in seiner magischen Kurve staht, wie am Sonntag am Millerntor – und dann auf Phänomene trifft, die man sich einfach nicht erklären kann, weil man Mannschafts-Interna nicht kennt und von Fußball nicht mehr echte Ahnung, als vom Bohr’schen Atommodell. Wenn Fußball eine wissenschaftlich schwer zu fassende Kulturhandlung ist, dann darf man auch ungewöhnliche Quellen befragen. Wie damals vorm Aufstiegsspiel in Fürth. Weiterlesen

Ich mag Patina. Sehr.

Ich weiß gar nicht so genau, wie lange mich jetzt diese Billboardformation des Grauens schon anstiert. Fachlich richtig ausgedrückt, ist es ja eine Aneinanderreihung von … . Weiß ich auch nicht, es gibt da einfach zu viele verschiedene Formate. Vielleicht liest ja hier jemand mit, der dem Unternehmen Ströer nahe steht und Aufklärung bieten kann. Müsste zeitlich so im Herbst 2011 installiert worden sein. Zu meinem Pregame-Ritual gehört das Treffen mit Freunden in der Domschänke. Hier konsumieren wir Bier, hier erzählen wir uns Geschichten aus unserem Leben. Der Weg zur Domschänke ist für mich ein schrecklicher geworden. Was hat man sich hier eigentlich erlaubt?

Ich will meinen alten Holzzaun zurück. Überzogen mit Witterunsgpatina. Der war zurückhaltend, dezent. Demütig! Okay, da waren auch Werbeplakate dran. Aber die haben mich nicht gestört. Die waren weniger antiseptisch. Ich kann nur noch mit Kapuzenpulli zur Domschänke. Die Kapuze stülpe ich mir über den Kopf. Die schützt mich. Vor dem Anstarren, Anspringen, Anglotzen – vor der Fixierung der Werbetreibenden. Sie schützt mich vor denen sich ins Unterbewusstsein bohren wollenden Werbebotschaften. Ich denke immer: Tut mir nichts, dann tu’ ich euch auch nichts. Vergeblich. Wo ist der alte Holzzaun?

Ich gehe weiter. Schnell. Die Domschänke zieht mich in sich hinein. Sie schenkt mir Sicherheit. Hier gibt es viel Patina. Sie klebt. Auf Tresen, Tischen und auf dem Boden. Sie gibt Haftung. Ich mag Patina. Sehr.

“Sippenschutzhaft” per Polizeianordnung: Gästefans von Hansa Rostock ausgesperrt

ACAB
ACAB Schriftzug am Millerntor (Polizeiwache DOM)
“Sippenschutzhaft” wäre nur ein komisches Wort (via), wenn es sich nicht in letzter Zeit regelmäßig im Zusammenhang mit dem Deutschen Fußball (Bund) und der Gewaltdebatte manifestieren würde. Die Logik ist immer dieselbe: Ein Verein hat Problemfans, dann bekämpfen wir die Symptome mit einer Art “Breitband-Antifanikum” und treffen damit alle Fans des Vereins.

Letzten Montag, das ist gerade zwei Tage her, gab es eine “Polizeianordnung” an der Allianz Arena, die es dem Fanshop des FC St. Pauli verbot, Fanartikel zu verkaufen. Begründet wurde dies damit, schildern Zeugen diesem Blog, dass der TSV 1860 ein Fanproblem hat (nämlich eins mit Nazi-Hintergrund) und FCSP-Insignien diese zu Straftaten verleiten könnte. Schlimm. Aber es geht noch schlimmer …

Und heute erreicht uns die Nachricht, dass die Hamburger Polizei “eine Untersagungsverfügung für die Zweitligapartie gegen den FC Hansa Rostock am Sonntag, den 22. April 2012 (verfügt hat). Die Verfügung erlegt dem (FC St. Pauli) auf, keine Eintrittskarten an den FC Hansa Rostock für das Spiel im Millerntor-Stadion weiterzugeben.

Praktisch: die Exekutive braucht sich nie mehr den Einzelfall anzusehen – Und noch praktischer: als Sicherheitsbehörde kann ich das vielleicht sogar auf andere Gesellschaftsbereiche ausdehnen, wenn ich beim Fußball damit durchkomme. Also bald Castor-Transporte ohne Demonstranten, weil die ja durch gewaltbereite Beamte Personen verletzt werden könnten, oder durch ihre bunten gelben Sonnen die Landnazijugend provozieren?

Es ist gut und richtig, dass sich der FC St. Pauli gegen diese pauschalen Exekutivmethoden zur Wehr setzt und sich entschieden hat, “die Untersagungsverfügung der Polizei beim Verwaltungsgericht prüfen zu lassen. Es ist zu erwarten, dass der Ausgang dieses Verfahrens Präzedenzfallcharakter haben wird.” – und das hoffe ich auch.

Man verstehe mich nicht falsch, persönlich kann ich auf die Fans von “Who the Fuck” verzichten – so aber nicht!

Griechenlands wütender Schrei nach Solidarität

Das nachfolgende Dokument nicht irgendeine Art Manifest, sondern ein Aufschrei der Wut – er kommt direkt aus unseren Herzen!

Seit zwei Jahren ist unser Leben unter Beschuss, ein Angriff wie wir ihn uns nie hätten vorstellen können. Korrupte Politiker und Banker, die durch die neoliberale Politik des IWF und der Europäischen Zentralbank unterstützt werden, haben unsere Einkommen und Renten drastisch gekürzt, bei gleichzeitiger Erhöhung der Steuern und Preise. Dies hat große Teile unserer Gesellschaft in die Arbeitslosigkeit, Armut und Verzweiflung gestürzt. Sie sagen, dass der Grund für solche harten Maßnahmen die wachsende globale Wirtschaftskrise ist. Es ist in der Tat eine Krise, eine die sie mit Absicht passieren lassen und jetzt nun sind die Menschen in der Welt genötigt, den Preis zu zahlen.

Gleichzeitig wendet der Staat zur Bekämpfung sozialer Spannungen und Unruhen immer radikalere Methoden an. Rechte und Freiheit der BürgerInnen schrumpfen, ihre Proteste werden gewaltsam, auch mit Einsatz von Chemikalien und brutaler Gewalt von Spezialkräften, unterdrückt. Zivilpolizisten nehmen Sturmangriffe auf Häuser vor und verhaften Menschen. Regierungen von ‘Technokraten’, die nicht vom Volk gewählt sind, ernennen ein wirtschaftliches Junta-Regime. Die Medien sind manipuliert und identifiziert mit den Interessen des Systems; sie verfolgen das Ziel der Terrorisierung der Bürger/innen durch Lügen, Einschüchterungen und Verleumdungen.

Das geschieht in Griechenland. Ähnlich aber ist die Situation auch in Irland, Portugal, Spanien und Italien. Man sollte sich keiner Illusion hingeben, die Krise wird auch auf andere Länder übergreifen. Somit ist dieser soziale Krieg, Angelegenheit aller, von Athen bis Dublin und von Kairo bis Madrid und Berlin.

Es wird behauptet, dass es im Fussball keine Grenze gibt. Deswegen ist der Mord von 74 Menschen beim Fussballspiel in Ägypten am 2. Februar auch unsere Angelegenheit. Diese Morde waren politisch motiviert, denn es ist bekannt, dass die spezifischen Ultras eine wichtige Rolle beim Sturz der Militärjunta von Mubarak vor einem Jahr gespielt haben.

In letzter Zeit sind in den Stadien viele Protest-Banner gegen die aktuelle politische Situation in den jeweiligen Ländern zu sehen. Gleichzeitig finden mehr und mehr organisierte Solidaritätskundgebungen mit den leidenden Menschen in verschiedenen griechischen Städten statt. Wir denken, dass solche Kundgebungen auch den Stadien stattfinden sollten.

Wir werden für unsere Ideale weiterkämpfen. Innerhalb und ausserhalb der Stadien, in den Vierteln, auf den Strassen, in den Demonstrationen. Denn sie sollen sicher sein, dass unsere Wut nicht versiegt, bis sie zerstört werden.

Widerstand – Solidarität

* Am Sonntag den 12.02.12, Tag der Abstimmung über die neuen Massnahmen und das Elend des griechischen Volks, demonstrierten fast 1000000 Menschen und kollidierten mit den Spezialkräften in den Strassen von Athen. Diese Tatsache wurde durch alle Medien systematisch ignoriert.

Quelle: FCSTPAULI.GR
ÜBERSETZUNG: Eslebedaslaster und SPNU

STOP ACTA – Demo-Wochenende in Hamburg

Occupy Hamburg und andere Organisationen rufen zur Demonstration gegen das so genannte ACTA Abkommen auf, das sich derzeit in der Verhandlung in der Europäischen Kommission befindet.

Die deutsche Politik reagiert mit Beschwichtigung und verweist auf die nationalen Gesetze, während in Polen bspw. die Strasse tobt.

St. Pauli soll sich auch gegen ACTA stemmen, berührt es doch wichtige Rechte, die wir auch als Fans gegenüber Rechteinhabern, wie der DFL, verteidigen müssen.

Morgen, am 11.2.12 finden in Hamburg Demos gegen ACTA statt:

Demo:Hamburg ? 11.02.2012
Treffpunkt: ? Gänsemarkt
Beginn: ? 14:00 Uhr
Route: ? Gänsemarkt -> Jungfernstieg -> Zwischenkundgebung Reesendammbrücke -> Bergstraße -> Mönckebergstraße -> Zwischenkundgebung Gerhart Hauptmann Platz -> Steintordamm / Steintorbrücke -> Kirchenallee ->Schlusskundgebung Hachmannplatz
Masken: ? {{{Masken}}}

Eine Vorlage für eine passende Maske findet ihr hier
… Und weshalb wir vermeiden sollten, die Kraken-Metapher zu benutzen.

Weitere Infos:
DIE Linke Altona
- Digitale Gesellschaft: FAQ zu ACTA

Bernd-Georg Spies for President?

Seit einiger Zeit fallen mir Medienberichte auf, die auf wundersame Weise auf ein Thema und vor allem auf eine Person deuten. Das Thema: Ein hauptamtliches Präsidium; Die Person: Bernd Georg Spies, Doktor Bernd-Georg Spies, zur Zeit ehrenamtlicher Vize-Präsident des FC St. Pauli und “Schattenpräsident”. So nennen ihn zumindest viele, mit denen ich in diesen Tagen spreche.

Vordergründig geht es um die Professionalisierung unserer Profi-Abteilung (Zweimal “Profi” in einer Gleichung macht doch Sinn). Mir geht es auch um eine andere Frage: Warum so heimlich? Bernd-Georg, wenn Du gerne Profi-Präsident werden möchtest, warum sagst Du es denn nicht? Das bekommt doch der letzte Paulianer mit, wie der Stefan Orth durch die Medien zieht und Deine Worte spricht. Wie das Abendblatt einen Gefälligkeitsartikel (ausgerechnet Peter Wenig) nach dem nächsten schaltet, um durch die Blume zu sagen “er kann’s”.

Da ist mir die helmutschmidtsche Positionierung eines Peer Steinbrück fast lieber. Die ist auch SPD-nah, aber wenigstens gerade heraus.

Nu, bitte ich darum, mich nicht misszuverstehen. Es kann gut sein, dass Bernd Georg Spies ein Superpräsident wäre, auch habe ich nichts gegen erfolgreiches Management. Ich weiß nur, wie ich dies wahrnehme und wünsche mir, dass diese wichtigen Fragen nicht in Hinterzimmern (im Februar mit dem Aufsichtsrat) und über Medien diskutiert werden, sondern in der Fanöffentlichkeit.

Also Bernd Georg, bitte beantworte mir eine kurze Frage: Würdest Du kandidieren wollen oder einer Nominierung zustimmen? Dann wüssten wir, woran wir sind.

Auf Sankt Pauli regeln wir das unter uns? Kassenrolle, Becherwerfer und die Gerechtigkeit des DFB

Am vergangenen Montag traf eine nicht-abgerollte Kassenrolle einen Frankfurter Spieler in unserem Strafraum (sic!) – er hat sich erschrocken und bewundernswert differenziert geäußert.

Was aber den Boulevard, weder den gedruckten, noch die Rotte Gerechter im Forum davon abhielt, lautstark “steinigt sie, äh (tiefer) ihn” zu fordern.

Ich muss zugeben, ich habe ein Problem mit der Strafmoral des DFB. Und auch mit dem Modell von Sühne und Vergeltung, die einige von euch so pflegen. Die “volle Breitseite“, die der Werfer oder die Werferin nun abbekommen soll, bedient doch ein schlimmes Klischée, nämlich das einer Ordnungs-freundlichen, aber strengen Instanz, die mit harter Hand richtet, andere abschreckt und die Ruhe wiederherstellt, wo sie durch Chaoten bedroht wird.

Das ist eine Strafmoral, die glücklicherweise in deutschen Gerichten zur Zeit wenig angewandt wird, aus dem Bewusstsein vieler aber nicht verschwinden will. (An dieser Stelle ein Hinweis auf das Lichterkarussel, für diejenigen, die sich über öffentliche und Strafmoral unterhalten wollen)

Merkt ihr denn nicht, dass diese Haltung des “Selberstellens, um dann eine harte aber gerechte Strafe abzuholen, und sie wie ein Mann zu ertragen” zutiefst puritanisch ist? Im besten Falle John Wayne, im wahrscheinlichsten Ronald Schill und in der Konsequenz Tookie bedeutet?

KASSENROLLEN! Was kommt als nächstes: St. Pauli-Anleihen? / Gegengeraden Gerd

Fällt euch die bigotte Diskrepanz nicht auf, die wenige Wochen auseinanderliegend in der Lage ist, bei einer Stadionfinanzierung eine romantische Kiezmoral (Wir regeln das unter uns) zu propagieren, im Ernstfall jedoch nichts davon wissen will und an fragwürdige Institutionen in Sachen Gerechtigkeit verweist, den DFB und die Polizei?

Wer sich, wie viele der Strafromantiker_innen online bewegt, und bspw. mit der Aktion “Freiheit statt Angst” sympathisiert, den frage ich, wo der Unterschied liegt, zwischen einer Vorratsdatenspeicherung und dem verdachtsunabhängigen Filmen ganzer Tribünen? Na, Piraten?

Könnte es sein, dass sich der Werfer tatsächlich stellen würde, wenn er nicht vermuten müsste, das diese Kiezsolidarität garnichts gilt? Zur Fassade verkommt? Eure Echauffage vielleicht ganz andere Motivationen hat? (Stichwort: USP)

Ich kenne Online-Communities, die regeln das tatsächlich meist unter sich, geben Mitgliedsdaten nur auf richterliche Anweisung an die Polizei. Sankt Pauli und sein FC könnten sich da mal eine Scheibe abschneiden, und das tatsächlich unter sich / uns regeln. Anders geht es nämlich auch garnicht. Zumindest nicht, wenn man Vorratsdatenspeicherung, Personalisierte Tickets und andere so genannte Sicherheitsmassnahmen verhindern will.

In China kann man sich als gesuchter Straftäter nun auch online selbst stellen. Das wäre doch eine Performance, …

Stolpernde Eintracht

“Armin Veh: Wir so Derbysieger, und Du so?”
- Transpi in der Gegengeraden und Nordkurve

Mít Montagsspielen werde ich einfach nicht warm. Klar, Flutlicht und so. Toll. Aber irgendwie steckt einem abends schon die Woche so in den Knochen, dass das Einlassen auf das Millerntor mir immer schwer fällt. Luxusproblem, ja, denn für unsere auswärtigen Fans ist der Montag noch schlimmer zum an- und abreisen, als der Freitag.

Nun lag gestern eine nasse Kälte über dem Rasen, der Westwind blies sie über unsere Köpfe und ließ sich genau über der Nord fallen. Da zündeten wir zum wärmen und wegen Weihnachten tausende Wunderkerzen an, während die Boys in Brown und die Spielerdarsteller um Gekas und Armin Veh im Spielergang auf das Ende der Werbepause warten mussten. “Scheiss-Sport1″.

Klamm dann auch die erste Halbzeit. Die besten St. Paulianer dann folgerichtig auch Tschauner, Morena und Thorandt – unsere Bollwerke aus dem Süden. Hinter mir versuchten sich Waldorf und Statlers Nachgeburten im Wettunken, hatten so viel zu meckern, dass sie auch nach Abpfiff nicht davon lassen konnten, Kruse, Bartels (ausgerechnet), Bruns und Ebbers auszuschimpfen. Die armen Gestalten. Und doch, mit einer Bemerkung trafen sie den Verlauf des Spieles auf den Kopf: “Natürlich sind wir nach 90 Minuten 3 Kilometer mehr gelaufen, als die Eintracht. Aber immer hinterher.”

Eigentlich schade, das sich immer wieder Menschen um das Vergnügen bringen, unseren Club auch mal schwimmend zu erleben, gibt es doch immer wieder Momente, in denen fußballerische Schönheit aufblitzt, wie bei den Laufwegen von Markus Thorandt, wenn er auch nach außen geht und Herrn Idrissou wie im Ballet, liebevoll und kräftig ins Aus tanzt. Oder die Präzision, mit der ein Zufall den Ball von einem St. Paulianer zum anderen befördert, das vor dem Eintracht-Tor passiert und uns in Führung bringt. Was sind da Fehlpassquoten?

„Wir waren nicht die bessere Mannschaft, aber wir haben halt die Tore gemacht, und das zählt am Ende. Tschauni hat sensationell gehalten. Er hat es verdient, dass das ganze Stadion seinen Namen ruft.“ – Markus Thorandt

Ich war leergerufen gegen 22:00 Uhr. Und beschenkt. Dazke Millerntor, Danke Philipp Tschauner fürs festhalten. Gute Besserung!

Heute Ticketvorverkauf: FC Bayern München – FC St. Pauli #Weltpokalsiegerbesieger

(c) fanraeume e.V.VOR dem letzten Heimspiel des Jahres könnt ihr heute am Fanräumestand (Südurvenvorplatz) Karten für das Weltpokalsiegerbesieger Public-Viewing am 6.2.2012 kaufen! Also kommt vorbei und sichert euch einen Platz für das erste historische Public Viewing am Millerntor und unterstützt damit Fanräume!

(via Zeckensalon on Facebook)

1860 Don’t call it Fanfreundschaft

Manchmal hört man sie “Uh, uh, uh” rufen, wenn ein schwarzer Spieler am Ball ist. Auch “Drecks-Türke” schallte es schon aus ihrem Block. Meist aber halten sie sich aus Angst vor einem Stadionverbot mit ihren Gesängen zurück: rechtsextreme Fans des TSV 1860 München.

Ich habe meine meisten Auswärtsfahrer-Erfahrungen in Bayern sammeln können. Zum einen, auch weil ich beruflich viel dort bin, auch zu Auswärtsspiel-Terminen. Und nirgendwo fand ich die Zusammensetzung unseres Blockes merkwürdiger, als in diesem Bundesland. Ganz krass wird das in München, wo sich Sympathien und Antipathien überschneiden. Sympathie kommt einem da entgegen von jungen Bayern-Ultras, Werbe-Hipstern (die Stenger-Sympathisanten), aber auch alten 1860ern, die gar von einer alten Fanfreundschaft reden.

Und dann fährt man zu einem Auswärtsspiel gegen 1860 in der U6 nach Fröttmanning und es schaudert einem, ob der Sprüche und -Ismen, gegen die man sich wehren will. Ein jahr später, gegen den FC Bayern verhält es sich ganz anders. St. Paulianer sind willkommen, meist als linke Folklore, oft aus ganzem Herzen.

Und es verfestigt sich ein ambivalentes Gefühl:

- die, die einen mögen, verstehen uns nicht, und die, die uns nicht mögen, tragen Farben und Attitude, die wir verstehen sollten. Krass.

München, wehre Dich gegen die Nazis bei 1860. Fußball ist Poltik, immer!

Sie stehen immer am gleichen Platz: Block 132, mitten in der Nordkurve, dem Herz der Löwenfans, gleich rechts vom Tor. Ein riesiger Pulk junger Männer, die keinen Hehl aus ihrer politischen Einstellung machen: Viele tragen Kleidung von “Thor Steinar” oder andere Nazi-Erkennungsmarken. T-Shirts, auf denen mit der Aufschrift “Scheiß §86a” gegen das Verbot verfassungswidriger Symbole gehetzt wird, gehören ebenfalls zu ihrem Repertoire.