Kategorie: Bundesliga

FC St. Pauli in der ersten Bundesliga, ein Jahr Gastspiel oder Dauerkarte? Hamburg St. Pauli ist erstklassig, Forza St. Pauli – Geschichten aus dem Oberhaus.

Alternativlos

“Damit habt ihr nicht gerechnet, ne?”,

André Schubert bleibt Trainer des FCSP meldet fcstpauli.com und der NDR. Damit werden folgende Dinge offenkundig:

- Die BILD feuert bei uns keine Trainer, auch wenn die Berichterstattung lanciert war.
- Der FCSP hat keine adäquate Alternative und
- kauft sich mit der 2. Chance für André Schubert auch schlicht Zeit, den Wandel zu managen.

André Schubert hat in den vergangenen Monaten Fehler gemacht. Und ja, es gab atmosphärische Störungen. Aber: Gerade nach dem letzten Gespräch im März hat es eine deutliche Entwicklung bei unserem Trainer gegeben. Dass er ein guter Fußball-Lehrer ist, ist unumstritten. Doch jetzt sind wir auch davon überzeugt, dass er nach und nach den richtigen Ton bei der Mannschaft getroffen hat und treffen wird. Der Blick geht nach vorne. Die Probleme der Vergangenheit sind ausgeräumt. (fcsp.com)

Das Ergebnis Die Alternative wäre nämlich noch verheerender gewesen:
Keinen Trainer, kein Naki, keinen Rothenbach und lauter Paderborner … Die Fragen um die Kompetenzen unserer sportlichen Führung, Sportdirektor und Sport-Vize sind allerdings nun nicht minder aktuell, denn es soll ja mit André Schubert mindestens mittelfristig laufen!

Deniz Naki: Aussortiert, hingehalten, abgeschoben

Würde ich als Journalist arbeiten, hätte ich nu zwei Quellen zusammen, denen ich trauen kann, und würde mich zu einem mehr oder minder ernst gemeinten Einerseits-Andererseits in meine Schreibstube setzen. Ich bin aber Blogger, und ich mache mir eine Meinung. Manchmal ändere ich diese sogar.

Deniz Naki scheint mir das aktuelle und tragische Opfer einer sportlichen Strategie zu sein, die Helmut Schulte und unser Präsidium als “Top 25 Klubs in Deutschland” propagiert haben und bei der nur das Ziel festzustehen scheint, einen roten Faden kann ich nicht erkennen. Offensichtlich ist dabei inzwischen die Angst vor der eigenen Entscheidung. Der Schubert, den sie riefen, ein ehrgeiziger Trainer, der Spieler als Systemkomponenten begreift und nicht als Boys in Brown, den einzubauen in diesen Club, der mit dem Weggang von Stanislawski und dem Abstieg nach lauter mystischen Aufstiegen latent ausgebrannt war, war eine klare Entscheidung, die man aber vergaß zu managen. Da schaut man bräsig zu, kauft nebenbei halb Paderborn und merkt erst viel zu spät das Offensichtliche: André Schubert ist ein Durchlauferhitzer auf Durchreise, ein Handlungsreisender in Sachen System. Als Integrationsfigur ungeeignet. Erst als die Mannschaft meutert, und meinen Informationen nach, gestandene St. Paulianer wie Boll und Meggle die Gretchenfrage andeuten, wird es unruhig. Mitten im Aufstiegskampf. Weiterlesen

Farewell Gegengerade

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Mein erstes Bundesliga-Spiel am Millerntor hat auf Dir stattgefunden. Ein Freund hat auf Dir seinen Ringfinger verloren. Einen Querschläger hat mein Nebenmann mit dem Auge abgewehrt. Abgestiegen, aufgestiegen. Mit Rotz und Regen gekämpft, vor allem im November war es Leiden.

Wir haben uns schon vor Jahren verabschiedet, ich in den Süden und nu in den Norden. Aber erhalten hätte ich Dich gern um fast jeden Preis. Die Ambivalenz des Millerntors, zwischen neuer Haupt und Süd wurde von Dir im Lot gehalten. Tschüss Du alte Gerade. Es wird eine Weile dauern, bis der Beton Deiner Nachfolgerin ebenso lebendig wird.

Für immer #23

Es gibt Nummern, die sollten nicht mehr vergeben werden. Die 23 gehört dazu und für immer zu Deniz Naki, wenn das Trikot braunweiss sei. Wen wir in unser Herz schließen, der geht nie so ganz, und so ganz muss er oder sie auch Sankt Pauli gar nicht verstanden haben, es reicht für etwas zu stehen.

Deniz Naki steht für den Übermut, das emotionale Herausbrechen, das uns bei aller politischen Differenziererei ja auch ausmacht. Das Einrammen des Jolly Roger in den Rasen an der Ostsee hat ja schon seine popkulturelle Entsprechung gefunden. Ob dem Fußballer Deniz Naki das so recht war, mit der Ikonisierung weiß ich gar nicht, letztlich stand es ihm wohl im Weg, das Überbordende, die “Ej Aller”-Haltung mit der er über den Platz fegte. Rein nach sportlichen Gesichtspunkten sicher ein Fall, wo Anspruch und Wirklichkeit nicht deckungsgleich waren. Aber das lässt uns ja bekanntlich noch inniger lieben.

Lelle verstand mit seiner fränkischen Natur die Sozialromantiker nicht, und Deniz Naki vielleicht die Sehnsucht nicht, die viele von uns mit Spielern wie ihm verbinden. Das liebenswürdige Sich-selbst-im-Weg-stehen, das provokante und pathetische, das unseren Kiez doch ausmacht, sich aber so wenig auf den Rängen findet. All das zieht nun weiter, hat keinen Platz mehr im Ehrgeiz eines Top20-Klubs. (André Schubert ist da nur Symptom eines Anspruches unseres Präsidiums Freunde, aber das nur am Rande).

Und so bleibt die romantische Hoffnung, dass Deniz zu denen gehört, die über einen Ausflug wieder zurück finden nach St. Pauli. Hoffentlich ist es dann noch so liebensfähig, wie heute.

Es wird dann morgen wohl doch ein sehr emotionaler Spieltag …

Soll André Schubert wirklich schon wieder gehen?

Viele meiner Kommentatoren, ganze Trollschwärme im Forum haben ihren Schuldigen ausgemacht, André Schubert. Aber wofür soll er denn verantwortlich sein? Für einen Platz unter den Top 25, wie von Schulte gefordert!? Für den Umbruch, der spätestens mit dem Weggang von Lelle und Egi sich einläutete?

Nee, das ist er nicht. Das was wir derzeit erleben ist der Wandel. Das natürliche und schmerzhafte Abschied nehmen von Stani, André Trulsen, Lelle, Egi, Ralle, Calle, Helden des langen Winters in der Regionalliga. Dazu noch der Stadionumbau mit senen Unkalkulierbarkeiten, was unsere Kultur angeht. Das belastet, aber ist da wirklich André Schubert infrage zu stellen?

Ich sehe in diesen Versin nicht tiefer hinein, als viele von euch, weiß aber, dass Lutz Wöckener nicht ohne Quelle so ein Ding loslässt, es werde im Verin heiß über eine Ablöse Schuberts gesprochen. Also, wer spricht denn da? Ist es Sportchef Schulte, der ob seines Transferpechs (Schindler, Sliskovic) einen Sündenbock sucht? Oder ist Schubert für das verbliebene Führungsquartett Boll, Bruns, Morena, Ebbers zu dominant?

Einerlei, ich bin nicht überzeugt … Was meint ihr?

Sonderzug nach Dresden – der Fanladen hat noch Karten für Dynamo

Dynamisch kann man den Fahrplan der Sonderzüge nach Dresden, zum Auswärtssieg bei Dynamo, nicht nennen – er braucht geschlagene 44 Minuten von Altona nach Harburg ;) – aber Platz ist noch da …

#Zum Auswärtssieg in Dresden am Sonntag, den 29.04.2012 um 13.30 Uhr fahren wir mit zwei (2!) Sonderzügen!!! Weiterlesen

Drama Baby! – der Millerntor Roarr ist wieder da!

“Wir holen den dritten Platz,
schießen die Vorstadt ab.
Relegation,
wir freun uns schon!”

Manchmal führen Missgeschicke zu unerwarteten Freuden. Gestern sollte ich eigentlich gar nicht am Millerntor sein, sondern an der Ostsee mein Unwesen treiben. Sliptermin, endlich das Schiff wieder in sein Element verfrachten, ins Wasser. Das ging dann so glatt, dass ich schon um 15:00 Uhr wieder in Hamburg war, Karte abgeholt und ab zum Millerntor. Ja, hier war ich dann wieder in meinem Element. Mit dem Quotenrocker standen wir dann zu unchristlicher Zeit ab 16:30 Uhr auf den obersten Stufen der Nordkurve, da wo sie wirklich eine Kurve ist, und sich gen Gegengerade neigt, fachsimpelten über Bene, Boll und Ballbesitz und tranken schon das zweite Bier, als die Südkurve explodierte.

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Fairplay, Affekt und strukturelle Unsportlichkeit – Lieber Emotion (Zambrano), als Kalkül (Rösler)

Ich habe meine Wahl schon vor langer Zeit getroffen und ich treffe sie permanent wieder. Ich wähle das Gefühl, ich wähle den Underdog. Ich wähle Carlos Zambrano.

Die Alternative gefällt mir nämlich nicht, sie hieße Norbert Meier, der zu einem Spieler wie Rösler führt und einer eingefleischten, strukturellen Ekeligkeit, die es sich nicht anmaßen darf, von Fairplay zu faseln.

Als ich in der sechsten Klasse war, da hatte ich einen Mitschüler, den alle gefürchtet haben. Ich auch. Thorsten J. war nicht besonders stark, aber er war ausdauernd in seiner Pöbelei und skrupellos. Eines Vormittags im Sportunterricht, wir durchliefen gerade einen der gefürchteten Boden-Parcours unserer Sportlehrerin, war ich vor ihm dran. Immer piekste er mir in die Seite, wenn ich vor ihm wartete, immer wieder. Nicht besonders schlimm, aber fies und unangenehm. Vor allem hörte er nicht auf. Als ich zuviel hatte, drehte ich mich um und erwischte ihn – mehr aus Versehen, als gewollt – mit meiner halb geballten Faust am Kinn. Er verdrehte verdutzt die Augen und fiel in eine kurze Ohnmacht. Erschrocken lief die Lehrerin herbei und schaute mich entsetzt an, als Thorsten schon wieder zu sich kam. Alle Mitschüler berichteten, dass Thorsten mich die ganze Zeit fies belästigt hatte. Und die Sache war nach einer Ermahnung gegessen. Als sich herumsprach, dass ich den gefürchteten Thorsten KO geschlagen hatte, begann eine sehr angenehme Zeit an der Schule. … und heute musste ich wieder an diese Geschichte denken.

Vielleicht ist es dieses Erlebnis, das mir Menschen und emotionale Affekte, wie die von Carlos Zambrano und auch Zinedine Zidane damals, so sympathisch und die Röslers dieser Welt so unsympathisch machen. Ich habe meine Wahl getroffen – und denke nicht im Leben dran, eine “hohe Strafe” für Carlos zu fordern, nicht nachdem sich das perfide System Meier-Rösler, als so effektiv erfolgreich zeigt, das die strukturell und offensichtlich unsportlich Agierenden bevorzugt und die im Affekt Handelnden bestraft werden.

Nach einem Foulspiel hatte Carlos Zambrano in der 73. Minute der Begegnung von Schiedsrichter Wolgang Stark die Gelb-Rote Karte gesehen. Im Anschluss an den Platzverweis war es zu dem Vorfall zwischen Zambrano und Rösler gekommen. Aufgrund der Sperre aus dem Feldverweis sowie durch das ergangene Urteil steht der Innenverteidiger seinem Club erst wieder beim vorletzten Saisonspiel in Dresden zur Verfügung. Der FC St. Pauli wird keine Berufung einlegen, sondern das Urteil akzeptieren. – fcstpauli.com

Perus Mann in Hamburg

Zambrano bleibt bei St. Pauli unter Vertrag
Verein zieht Kaufoption - und Carlos Zambrano folgt dem Karrierepfad eines Moritz Volz, von seinem Ausbildungsverein in die zweite Liga, nur n Deutschlands Bundesliga, als Premier League. Willkommen Carlos, nu biste braunweiss:
 
Carlos Zambrano steht auch in Zukunft beim FC St. Pauli unter Vertrag. Der Hamburger Zweitligist hat die im Ausleihvertrag vereinbarte Kaufoption nach Rücksprache mit Zambranos bisherigem Club, dem FC Schalke 04, fristgerecht zum Ende des Monats gezogen. Der Kontrakt gilt sowohl für die 1. als auch die 2. Bundesliga. Über die Transfermodalitäten vereinbarten alle Seiten Stillschweigen.
Sportchef Helmut Schulte: “Innenverteidiger mit seiner Qualität werden immer seltener. Jeder Verein kann sich glücklich schätzen, einen solchen Spieler in seinen Reihen zu haben. Carlos gehört die Zukunft. Zumal er seine Verletzung so wunderbar überwunden hat.”

Ob Zambrano allerdings auch sicher in der kommenden Saison für den FC St. Pauli spielen wird, ist noch offen. Schulte: “Sein großes Ziel ist es, in der 1. Bundesliga zu spielen. Es besteht die Möglichkeit, dass er in der nächsten Serie für uns aufläuft. Aber auch die Möglichkeit, dass er es nicht tut.” 
Zambrano selbst erklärt: “Es ist ein angenehmes Gefühl, jetzt erst einmal Klarheit zu haben. Ich stehe fest beim FC St. Pauli unter Vertrag. Was nach der Saison wirklich passiert, kann ich derzeit noch nicht sagen.” 

DFB: No ghost match on the terraces – 50.000 Euro fine for throw of recording paper roll

Gernot did it. Vice President Gernot Stenger presented the appeal of FC St. Pauli today at the sports judge at the headquarter of the german football association (DFB) in Frankfurt (Main) – and he succeeded. There will be no ghost match against Union Berlin but a fine for throwing a roll of recording paper.

ReaCTIONS AT FCSP.COM:

Der Vorsitzende Richter Goetz Eilers äußerte sich in seiner Urteilsverkündung wie folgt: „Der FC St. Pauli wird wegen mangelnden Schutzes des Gegners zu eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro verurteilt. Wir haben diesen Fall dezidiert und separat von anderen Vorfällen behandelt. Es liegt kein Hooliganismus oder Fanatismus vor, keine Schädigungsabsicht und kein Aggressionsverhalten.“

Dr. Gernot Stenger empfindet das Urteil angemessener als das vorherige: „Wir begrüßen, dass es keinen Teilausschluss geben wird und das Gericht unseren Argumenten gefolgt ist. 50.000 Euro ist viel Geld und die Strafe ist hoch. Dies ist jedoch das Resultat aus der Vorgeschichte, die wir haben. Wir wissen, dass es die allerletzte Verwarnung ist.“

… interesting words on blog Lichterkarrussel

Farewell Calle Rothenbach

Ein Unglück kommt selten allein, und so verabschiedet sich nach Ralle Gunesch das vorletzte Abwehr-Fundament der “Back from hell”-Generation vom Millerntor. Und es vollzieht sich weiter der Umbau des Teams, wie schon gestern besprochen, denn auch Fabio Morena soll wenig Perspektiven unter André Schubert haben. Nicht nur die Tribünen verschwinden so im Sommer, sondern auch die letzten Helden, die uns aus der Regionalliga bis in die Bundesliga brachten?

Kein Wunder, dass Flo Bruns von der Rolle ist, und Boller so kraftlos. Von Charles Takyi und Kalla ganz zu schweigen.

Eine Zeit des melancholischen Abschieds steht an, und so ist es kein Wunder, dass Calle gerade nu seinen voran gegangenen Trainern dankt:

“Holger Stanislawski, Andre Trulsen und Klaus-Peter Nemet haben mir gezeigt, wie man hier Fußball lebt”.

… und ein klarer Hinweis auf den Klimawechsel beim FCSP.

Calle wird uns fehlen, ganz sicher. Seine Flankenläufe mit dem krummen Laufwerkzeugen und erinnern tue ich mich gerade lebhaft an seine Beckerfaust und den matschigen Po im Eisspiel gegen den FCK vorletztes Jahr. Ich wehmütige gerade.